Auf faszinierende, unerhört neue Klanglandschaften dürfen die Hörerinnen und Hörer am Montag, 12. Oktober, um 20 Uhr in der Aula der Alten Univer-sität Fulda gespannt sein: Es gastieren das Bibra Guitar Quartet mit den in-ternational renommierten Gitarristen Jürgen Ruck, Silas Bischoff, Martin Dressler und Hubert Steiner sowie der weltweit gefeierte Pianist Ermis Theo-dorakis mit einem ausgesprochen vielgestaltigen Programm neuer und neu-ester Werke für Gitarrenquartett und Klavier.
Dabei konzertiert das Bibra Guitar Quartet zum Teil auf speziellen mikroto-nalen Gitarren, wie sie vor einigen Jahren vom türkischen Gitarristen Tolgahan Çoğulu entwickelt wurden. Ursprünglich waren diese neuartigen Instrumente dazu gedacht, um darauf orientalische Makam-Musik spielen zu können, die ja mit Tonsystemen jenseits unseres konventionellen Halbton-systems arbeitet. Seit einigen Jahren haben Komponisten der Neuen Musik diese Instrumente für sich entdeckt und aufregend neue Werke dafür ge-schaffen, die in neue Klangwelten führen.
Dabei vereint das Programm des Abends eine hohe ästhetische Bandbreite und lässt so deutlich werden, wie höchst unterschiedlich sie mit diesen neu-en Möglichkeiten umgehen. So spannt sich ein weiter Bogen von „Shades“ der finnischen Komponistin Tiina Myllärinen, ein Werk, in dem sie mit Reso-nanzen, Reflexionen und komponiertem Nachhall arbeitet, über Joachim FW Schneiders „Pixel“ mit seinen sechsteltönigen Linienstrukturen, die eine stabile, fassliche und konkret greifbare Mikrotonalität entstehen lassen, und „Spiral Staircase“ der Avant-Pop-Künstlerin Maddie Ashman, die eine Art „gesungene“ Mikrotonalität entwickelt, die wiederum einen ganz eigenen Raum zwischen Pop-Elementen und Neuer Musik öffnet, bis hin zu Michael Quells „Meister Eckhart und Suhrawardi – Der Klang der Schwinge des Gab-riel“ für mikrotonales Gitarrenquartett und Klavier, ein Werk, das beide In-strumente vollkommen miteinander verschmelzen und dabei Zeitwahrneh-mung beinahe gänzlich zerfließen lässt.
Dazwischen erklingt Jannis Xenakis‘ hochvirtuoses Klaviersolo „Evryali“, das bereits zum Klassiker seiner Gattung geworden ist und in dem Xenakis eine berauschende, hochkomplexe Polyphonie der Verzweigungen mit stochasti-schen Mittel entwirft.
Es spielen das Bibra Guitar Quartet (Jürgen Ruck, Silas Bischoff, Martin Dressler, Hubert Steiner), Ermis Theodorakis, Klavier, Maximilian Kreuzer, Klavierassistent und der Dirigent Julian Habryka.
Die KomponistInnen Tiina Myllärinen, Joachim FW Schneider und Michael Quell werden an diesem Abend anwesend sein und jeweils kurze Einführun-gen in ihre Werke geben.
Tickets sind erhältlich unter Reservix.de und an den Vorverkaufsstel-len der Fuldaer Zeitung.